Auszug aus der Geschichte der Gemeinde Ohlstadt
In einer Schenkungsurkunde vom 31. Juli 835, in der ein Ehepaar namens Alprich und Imma sowie deren Sohn Diakon Zotto ihren Besitz zu "Auwolfstetin" dem nahen Kloster Schlehdorf übereignen, tritt der Name Ohlstadt für das Dorf unterm Heimgarten erstmals schriftlich in Erscheinung.
Die Veste Schaumburg
Funde in Weichs im Ortsbereich gehen bis in die Keltenzeit zurück. Eine Besiedlung läßt sich nach den Funden in der Schaumburg ("Schaumburger Scherben") bis in die Mittlere bis Späte Bronzezeit um 1700 bis 1250 v. Chr. nachweisen. Ohlstadt ist alter Kulturboden, den im Altertum auch Römer, Germanen und Hunnen durchzogen. Südöstlich von Ohlstadt erhebt sich auf einem Felsvorsprung 904 m ü. d. M. die "Veste Schauenburg", das alte "castrum Skoyenburg", als älteste Höhenburg des Loisachtales. 1096 war Rudolf von Owelstadt Besitzer der Burg. | |
Aus dem Herrschaftsbezirk um die Schauenburg entwickelte sich die "Hofmarch Ollstadt", die das Kloster Schlehdorf 1493 kaufte und danach die niedere Gerichtsbarkeit bis 1803 ausübte. Während der Klosterherrschaft verfiel die alte, geschichtsträchtige Burg, und so sind heute keine Gebäudereste mehr vorhanden. | |
Die Pfarrkirche St. Laurentius
Die Ohlstädter Pfarrkirche St. Laurentius findet erstmals 1085 als St. Lorenzkirche "ze Owelstat" und dann 1271 als Kirche von "Aulstadt" Erwähnung. Im Jahre 1702 brannte das Gotteshaus ab, und die Weihe der neuen Kirche erfolgte 1762. Der Neubau war im Barockstil der damaligen Zeit erfolgt.
Wetzsteinmacher und Kalkbrenner
Ohlstadt hat bis heute überwiegend landwirtschaftlichen Charakter. Milch- und Viehwirtschaft hatten dabei stets Vorrang. Die Forstwirtschaft wird seit dem 18. Jahrhundert eigenständig und in Privatbesitz betrieben. Das Dorf war über 600 Jahre lang ein Zentrum der Wetzsteinmacherei. Dieses Handwerk findet erstmals 1350 urkundlich Erwähnung. Die östlich von Ohlstadt gelegenen Steinbrüche lieferten das Rohmaterial, wobei man 141 Gesteinsarten für die Wetzsteine unterschied.
Das Absatzgebiet erstreckte sich bis in die Balkanländer.1953 kam dieses Gewerbe zum Erliegen, als Maschinen und Kunststeine das heimische Naturprodukt verdrängten.
Ein anderes, schon 1939 erloschenes Handwerk war die Kalkbrennerei, wobei sich das Gestein der umgebenden Berge besonders gut eignete. Für kurze Zeit wurde auch Braunkohle in Buchenried bei Ohlstadt abgebaut. Wenig ertragreiche Flöze und schlechte Qualität machten diese Arbeit jedoch bald unrentabel.
Ohlstadt und der Tourismus
Zwischen dem Staffelsee und Garmisch-Partenkirchen begann sich seit 1880 der Fremdenverkehr in Ohlstadt zu entwickeln und wurde zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Faktor für die Gemeinde.
Umgeben von bewaldeten Hügeln, voralpinen Seen und dem Naturschutzgebiet Murnauer Moos bietet Ohlstadt vielseitige Erholungsmöglichkeiten. Gut markierte Wanderwege sowie die Möglichkeit zu Bergtouren erschließen die Schönheit der Landschaft mit dem Heimgarten (1790 m) als höchster Erhebung.
Das Ohlstädter Wappen
Das Wappen Ohlstadts, oben einen Pferdekopf darstellend, versinnbildlicht das nahegelegene Bayerische Haupt- und Landgestüt Schwaiganger mit seiner tausendjährigen Geschichte. Der untere Teil zeigt ein Wasserrad, das auf die langjährige Wetzsteinmacherei hinweist.
Seit der Gebietsreform im Jahre 1978 ist die Gemeinde Ohlstadt Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft, zu der die Gemeinden Eschenlohe, Schwaigen und Großweil gehören.
Ein Hauch von Olympia
Weltberühmt wurde Ohlstadt durch seine erfolgreichen Bobsportler:
4 Olympische Medaillen,
9 Weltmeistertitel,
9 Europameistertitel,
sowie 35 Deutsche Meistertitel sind die Ausbeute aus den bisher über 40 Jahren Bobsport unter´m Heimgarten.










Drucken
E-Mail